Asthmasprays richtig anwenden: Was Ärzte ihren Patienten 2025 empfehlen
Asthmasprays sind für Asthmatiker unverzichtbare Begleiter im Alltag. Tatsächlich besitzen die meisten Betroffenen mehrere Inhalatoren, die regelmäßig eingesetzt werden müssen. Als Asthmapatient weiß ich, wie wichtig die korrekte Anwendung dieser Geräte für eine erfolgreiche Behandlung ist.
Derzeit gibt es vier verschiedene Asthmasprays auf dem Markt: Pulverinhalatoren, Treibgas-Dosieraerosole, Düsen- und Ultraschallvernebler sowie Überdruckinhalationsgeräte . Dabei werden am häufigsten Dosieraerosole und Pulverinhalatoren verwendet. Dosieraerosole sind besonders bei akuten Asthmaanfällen hilfreich, da die Wirkstoffe fein verteilt werden und schnell die Atemwege erreichen. Pulverinhalatoren hingegen enthalten häufig Cortison und eignen sich daher gut für die Langzeittherapie.
In diesem Artikel zeigen wir Ihnen, wie Sie Ihre Asthmasprays richtig anwenden, welche Unterschiede zwischen den verschiedenen Systemen bestehen und welche besonderen Empfehlungen Ärzte im Jahr 2025 für ihre Patienten haben.
Welche Asthmasprays gibt es?
"Studien zeigen jedoch, dass sechs von zehn Asthmatikerinnen und Asthmatikern ihr Medikament falsch nutzen und unter Anfällen leiden, die vermeidbar wären." — Lungenliga Schweiz, Offizielle Schweizer Fachorganisation für Lungen- und Atemwegserkrankungen
Die moderne Asthmabehandlung umfasst vier grundlegende Inhalationssysteme, die sich in Anwendung und Wirkungsweise unterscheiden. Meine Patienten fragen mich oft, welches System für sie am besten geeignet ist.
Pulverinhalatoren (DPI) stellen das erste wichtige System dar. Der Wirkstoff liegt als feines Pulver vor, oft mit Milchzucker als Trägersubstanz verbunden. Beim Einatmen wird der Wirkstoff vom Pulver "gesprengt" und tief in die Bronchien transportiert [1]. Für die Anwendung ist ein kräftiger Atemzug nötig, wobei das Mundstück fest mit den Lippen umschlossen werden muss [1]. Ein großer Vorteil: Auslösung und Einatmung müssen nicht koordiniert werden. Jedoch eignet sich diese Variante nicht bei schwerem Asthma oder während eines akuten Anfalls, da die kleinen Pulverteilchen manchmal Husten auslösen können [1].
Bei Treibgas-Dosieraerosolen wird das Medikament mittels Treibgas als feiner Nebel freigesetzt. Der Sprühstoß wird entweder durch Druck auf das Ventil oder durch den Atemzug selbst ausgelöst [1]. Diese Sprays lassen sich leicht einatmen und sind dadurch auch bei schwerem Asthma geeignet [1]. Allerdings müssen Einatmung und Auslösung präzise koordiniert werden, was manchmal Schwierigkeiten bereiten kann [1].
Düsen- und Ultraschallvernebler erzeugen ebenfalls einen feinen, inhalierbaren Nebel. Mittels Druckluft wird dieser verwirbelt und über ein Mundstück oder eine Maske eingeatmet [1]. Diese Geräte kommen besonders bei Kleinkindern und älteren Menschen zum Einsatz, die nicht ausreichend tief einatmen können [1].
Überdruckinhalationsgeräte kombinieren ein Beatmungsgerät mit einem Vernebler. Durch leichte Druck- und Sauerstoffzufuhr werden die Atemwege offengehalten, damit der Wirkstoffnebel optimal in die Bronchien gelangt [1].
Aufgrund ihrer schnellen Wirkung sind Dosieraerosole besonders hilfreich bei akuten Anfällen. Im Gegensatz dazu enthalten Pulverinhalatoren häufig Cortison und werden deshalb vorzugsweise zur Langzeittherapie eingesetzt [1]. Bei der Auswahl des richtigen Systems spielen neben der Art der Erkrankung auch das Alter des Patienten und seine Fähigkeit, das Gerät korrekt zu bedienen, eine entscheidende Rolle.
Asthmasprays richtig anwenden: Schritt für Schritt
Die korrekte Anwendungstechnik entscheidet maßgeblich über den Erfolg der Asthmatherapie. Studien zeigen, dass sechs von zehn Asthmapatienten ihre Medikamente falsch nutzen und dadurch vermeidbare Anfälle erleiden [2]. Ein wichtiger Grund: Bei Falschinhalation wirken die Medikamente nur eingeschränkt oder gar nicht.
Für eine optimale Inhalation sollten Sie grundsätzlich mit aufrechtem Oberkörper sitzen oder stehen [3]. Dadurch kann das Zwerchfell die meiste Kraft für die Einatmung aufbieten, was besonders bei schwachen oder übergewichtigen Personen wichtig ist [4].
Dosieraerosole richtig anwenden:
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Vorbereitung: Schutzkappe entfernen und das Aerosol zwischen Daumen und Mittel- oder Zeigefinger halten (Daumen und Mundstück unten). Bei Erstanwendung oder nach längerer Nichtbenutzung (fünf Tage oder mehr) das Gerät schütteln und zwei Sprühstöße in die Luft abgeben [3].
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Ausatmen: Langsam und entspannt ausatmen, den Kopf leicht nach hinten neigen [3].
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Inhalation auslösen: Mundstück mit den Lippen gut umschließen. Bei Dosieraerosolen langsam und tief einatmen und dabei gleichzeitig den Metallbehälter nach unten drücken [3]. Die Koordination ist entscheidend - schon eine Verzögerung von einer halben Sekunde kann dazu führen, dass nur etwa 20 Prozent des Medikaments in der Lunge ankommen [5].
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Atem anhalten: Nach dem Absetzen des Geräts den Atem für etwa fünf bis zehn Sekunden anhalten [3].
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Ausatmen: Langsam ausatmen und die Schutzkappe wieder aufsetzen [3].
Pulverinhalatoren richtig anwenden:
Im Gegensatz zu Dosieraerosolen benötigen Pulverinhalatoren einen kräftigen, tiefen Atemzug [6]. Der Patient sorgt allein mit seinem Luftsog dafür, dass das Arzneimittel in die Atemwege gelangt [3].
Häufige Fehler vermeiden:
Neben mangelhafter Koordination zwischen Einatmung und Auslösen des Sprühstoßes zählen zu flaches Einatmen und fehlerhafte Reinigung zu den häufigsten Anwendungsfehlern [6]. Zudem vergessen viele Patienten, nach der Anwendung von Kortison-Sprays den Mund auszuspülen oder etwas zu essen, was zu Pilzinfektionen (Mundsoor) führen kann [6].
Tipp: Eine Inhalierhilfe (Spacer) erleichtert die Anwendung, besonders für Kinder und ältere Menschen [1]. Der Spacer trennt den Sprühstoß von der Atmung und verbessert die Medikamentenaufnahme [7].
Studien haben gezeigt, dass regelmäßige Schulungen die korrekte Anwendung von Inhalatoren signifikant verbessern können [8]. Lassen Sie daher Ihre Inhalationstechnik regelmäßig vom Arzt oder Apotheker überprüfen.
Besondere Empfehlungen für Kinder und ältere Menschen
"Kinder müssen Dosieraerosole immer mit der entsprechenden Vorschaltkammer verwenden." — Lungenliga Schweiz, Offizielle Schweizer Fachorganisation für Lungen- und Atemwegserkrankungen
Für bestimmte Patientengruppen stellt die korrekte Anwendung von Asthmasprays eine besondere Herausforderung dar. Kleinkinder und ältere Menschen haben häufig Schwierigkeiten mit der Koordination zwischen Einatmung und Auslösen des Sprühstoßes (https://www.pari.com/de/inhalation/inhalieren-mit-asthmaspray/).
Bei Kindern unter sechs Jahren ist die Anwendung von Pulverinhalatoren meist nicht möglich, da sie das Sprayen nicht mit dem Einatmen zeitgleich koordinieren können [9]. Für diese Altersgruppe eignen sich besser spezielle Inhaliergeräte mit altersgerechter Inhalationshilfe, sogenannte Feuchtinhalatoren oder FCKW-freie Treibgasdosieraerosole mit Spacer oder Gesichtsmaske [9].
Eine Inhalierhilfe (Spacer) ist daher besonders sinnvoll für Kinder, ältere Menschen und alle, die Schwierigkeiten mit der Koordination haben [1]. Sie ermöglicht eine entspannte Einatmung – auch in mehreren Atemzügen – und verringert das Risiko von Anwendungsfehlern deutlich [1]. Die exakte Koordination zwischen Einatmung und Sprühstoß ist dann nicht mehr nötig [1].
Außerdem sollten Kinder im Gebrauch ihres individuellen Asthma-Inhalators geschult werden [10]. Hierfür gibt es spezielle Übungsgeräte, die Fehler direkt anzeigen [10]. Bei schwerem Asthma im Kindesalter ist manchmal die Inhalation mit einem Überdruckgerät notwendig [10].
Für ältere Patienten stellen sich zwei besondere Herausforderungen: Zum einen die Koordination bei der Anwendung, zum anderen das regelmäßige Einhalten der Therapie [11]. Tatsächlich inhalierten nur 37 Prozent der im Durchschnitt 67,5 Jahre alten asthmakranken Senioren die corticoidhaltigen Sprays nach den Empfehlungen ihres Arztes [11].
Bewährte Strategien zur Verbesserung der Therapietreue sind:
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Das Asthmaspray an einen festen Platz stellen, beispielsweise ins Badezimmer (44 Prozent) [11]
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Die Medikamentenanwendung in die tägliche Routine am Morgen oder Abend integrieren (33 Prozent) [11]
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Einen bestimmten Zeitpunkt wählen (22 Prozent) [11]
Ferner sollten sowohl Kinder als auch Senioren regelmäßige Nachschulungen in der Inhalationstechnik erhalten, mindestens einmal im Quartal [12]. Vor jeder Ausstellung eines Folgerezepts sollte die Inhalationstechnik überprüft werden [12].
Fazit
Die richtige Anwendung von Asthmasprays spielt eine entscheidende Rolle für den Behandlungserfolg. Obwohl verschiedene Inhalationssysteme zur Verfügung stehen, führt die falsche Anwendungstechnik häufig dazu, dass Medikamente nicht optimal wirken. Tatsächlich zeigt die Erfahrung, dass regelmäßige Schulungen und Übungen die Inhalationstechnik deutlich verbessern können.
Besonders wichtig ist die Auswahl des passenden Inhalationssystems. Während Dosieraerosole schnell bei akuten Anfällen helfen, eignen sich Pulverinhalatoren besser für die Langzeittherapie. Gleichzeitig sollten wir die besonderen Bedürfnisse von Kindern und älteren Menschen nicht vergessen. Spacer und altersgerechte Inhalationshilfen können in diesen Fällen den Unterschied zwischen einer erfolgreichen und einer wirkungslosen Therapie ausmachen.
Unabhängig davon, welches System Sie verwenden, bleibt die regelmäßige Überprüfung Ihrer Inhalationstechnik durch den Arzt oder Apotheker unerlässlich. Diese Kontrollen sollten mindestens einmal im Quartal stattfinden, idealerweise vor jeder Ausstellung eines Folgerezepts.
Asthma mag eine chronische Erkrankung sein, dennoch können Sie mit der richtigen Anwendung Ihrer Medikamente ein nahezu beschwerdefreies Leben führen. Die korrekte Inhalationstechnik, regelmäßige Anwendung und passende Hilfsmittel sorgen dafür, dass Ihre Asthmasprays optimal wirken und Sie Ihren Alltag ohne unnötige Einschränkungen genießen können.
Referenzen
[1] - https://www.pari.com/de/inhalation/inhalieren-mit-asthmaspray/
[2] - https://www.lungenliga.ch/krankheiten-therapien/asthma/asthma-richtig-inhalieren
[3] - https://www.aponet.de/artikel/asthma-spray-inhalator-richtig-anwenden-in-5-schritten-13555
[4] - https://www.lungenunion.at/asthma-copd-richtig-inhalieren/
[5] - https://www.pharmazeutische-zeitung.de/ausgabe-102017/kaum-ein-patient-inhaliert-richtig/
[6] - https://medizin-aspekte.de/atemlos-fuenf-haeufige-fehler-bei-der-anwendung-von-asthma-inhalatoren-122389/
[7] - https://www.apotheken-umschau.de/krankheiten-symptome/asthma-inhalierhilfen-spacer-richtig-anwenden-946375.html
[8] - https://www.lungeninformationsdienst.de/aktuelles/news/artikel/inhalatoren-schulungen-verbessern-korrekte-anwendung
[9] - https://www.lungenaerzte-im-netz.de/krankheiten/asthma-bei-kindern/therapie/
[10] - https://www.asthma.de/behandlung/dauertherapie/asthma-sprays
[11] - https://www.pta-forum.de/ausgabe-072015/gedaechtnishilfen-fuer-aeltere-asthmatiker/
[12] - https://www.aerztezeitung.de/Medizin/Beim-Inhalieren-von-Asthma-Mitteln-gibt-es-praktisch-keine-unvorstellbaren-Fehler-349008.html